
Anlässlich des 17. Jahrestags der Operation „Sturm“ in Kroatien riefen die Angehörigen der Personen, welche in dieser Operation der kroatischen Streitkräfte umgebracht worden waren oder als vermisst gelten, die Institutionen der Republik Kroatien auf, schneller die Frage der Vermissten zu lösen, registrierte Gräber zu exhumieren, und die bereits exhumierten Leichen zu identifizieren. Auch nach 17 Jahren gälten fast 2000 Krajina-Serben als vermisst, wurde bei der Pressekonferenz gesagt. Ein Bericht von Suzana Mitic.
„Die Jahre vergehen, aber das Problem hinsichtlich des Schicksals der vermissten und getöteten Personen in der Operation „Sturm“ bleibt bestehen“, sagte Čedomir Marić vom Verband der Familien von vermissten und getöteten Personen „Suza“ („Träne“). Er betonte, dass 359 registriere Gräber noch nicht exhumiert sind, wo die Opfer der kroatischen Operationen „Sturm“ und „Blitz“ liegen. Am Institut in Zagreb warten 350 Leichen auf ihre Identifizierung, einige sogar 10 Jahre lang. „Wir können keine Vorwände akzeptieren, mit denen die Behörden in Kroatien versuchen, die inakzeptable Langsamkeit bei der Lösung dieses Problems zu rechtfertigen. Daher appellieren wir an sie noch einmal, unverzüglich den Prozess der Exhumierung und Identifizierung zu beschleunigen“, sagte Herr Marić.
„Wir appellieren an die Regierung der Republik Kroatien, gerade jetzt, wenn dieses Land vor der Tür der Europäischen Union steht, ihre Demokratie bei der Erfüllung dieser humanitären Aufgaben zu zeigen”, hob Marić hervor.
Der Präsident der Komission der Regierung Serbien für vermisste Personen, Veljko Odalović, erklärte, ähnliche Probleme bei der Lösung des Schicksals der Vermissten gebe es in Bosnien und Herzegowina und Kosovo und Metohija. Insgesamt gälten 13.000 Personen aus dem ehemaligen Jugoslawien als vermisst. Darüber hinaus habe es viele falsche Identifizierungen gegeben, die zusätzlich das gesamte Verfahren verlangsamen und erschweren. All das wirkt ganz traumatisch auf Familien der Vermissten. Für Serbien ist laut Odalović die Lösung des Schicksals von verschollenen Personen eins der Hauptziele.
„Wir haben die Initiative ins Leben gerufen, wonach ein Treffen auf höchstem politischem Niveau stattfinden sollte, an dem sich die Führer der Länder in der Region über den Text einer gemeinsamen Deklaration einigen werden, mit klarer Botschaft, dass sie diesen Prozess unterstützen, was zur schnelleren Lösung des Schicksals der Vermissten beitragen vermochte”, unterstrich Odalović. Er äußerte seine Hoffnung, dass dieses Treffen in naher Zukunft stattfinden wird, mit Unterstützung der Internationalen Kommission für vermisste Personen und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz.
An der Pressekonferenz nahmen auch Nada Bodiroga, Gordana Bjelobrk und Vlado Šašo teil, deren Eltern in der Operation „Sturm“ umgebracht worden waren. Jahrelang warten sie darauf, dass das Schicksal ihrer Väter und Mütter erklärt, und dass die Identifizierung durchgeführt würde. Die Operation „Sturm“ hatten kroatische Streitkräfte am 04. August 1995 begonnen. Dabei wurden 250.000 Krajina-Serben aus ihren Häusern vertrieben. Der Gedenkgottesdienst für die Opfer wird am Somstag um 11 Uhr in der Kirch des Hl. Markus in Belgrad abgehalten werden.
