Eurointegrationen des Westbalkans und EU-Krise

27. 06 2012. - 21:40 -- MRS
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Serbien und andere Westbalkanländer stehen in untrennbarer Verbindung mit den EU-Ländern, wobei die Krise in der Union auch die Situation in der Region beeinflusst. Zu dieser Schlussfolgerung kam man bei der Konferenz „Westbalkan und europäische (Des)Integration" in Belgrad. Ein Bericht von Suzana Mitic.
Wird die ökonomische Sphäre, die das ursprüngliche Element der europäischen Integration war, auch der Hauptfaktor des möglichen Zusammenbruchs der Europäischen Union sein? Wird es nach dem Beitritt Kroatiens zu einer Pause im Erweiterungsprozess kommen? Werden einige Mitglieder der Union „gleichberechtigter“ als andere sein? Dies sind nur einige Fragen, mit denen sich die Teilnehmer der Konferenz in Belgrad befassten. Es gibt aber noch zahlreiche ungeklärte Sachen. In der Europäischen Union fehle es an der Vision für die zukünftige Entwicklung, denn niemand wisse, wie sie in 20 Jahren aussehen werde, meint der Professor Jovan Teokarevic von der Belgrader Fakultät für Politikwissenschaften. Er wies darauf hin, dass sich die Länder des Westbalkans in einer viel ungewissenhaften Situation befinden als vor 4 Jahren, wobei die Wirtschaftskrise nicht nur die politische, sondern auch die Sicherheitssituation in der Region beeinflusse.
Die stellvertretende Ministerin für Wirtschaft und regionale Entwicklung, Bojana Todorovic, betonte, mehr als die Hälfte des gesamten serbischen Handels mit der Welt beziehe sich auf den Handel mit der EU. Aus der Union kämen auch die meisten Investitionen. Durch ständige Kontakte bemühe sich die Europäische Union, bei der Lösung der Probleme in der Region zu helfen, so Frau Todorovic.
„Aus der Europäischen Union kommen klare Signale, dass es notwenig ist, auch weiter an politischen Reformen zu arbeiten, sowie an der Korruptionsbekämpfung und Stärkung der Justiz, um einen Rahmen für die weitere Wirtschaftsentwicklung zu schaffen. Insbesondere wurde die Bedeutung der CEFTA-Organisation hervorgehoben“, erklärte Bojana Todorovic.
Michael Erke, Leiter der Friedrich Ebert Stiftung, die zusammen mit dem Belgrader Zentrum für Auswärtige Politik dieses Treffen veranstaltete, sagte, einigen Einschätzungen zufolge werde der mögliche Zusammenbruch des Euros zum deutlichen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in der Europäischen Union beitragen, was die Krise noch vertiefen werde. Er schloss den eventuellen Zerfall der Europäischen Union aus, als die schlimmste Folge der derzeitigen Krise. Nun könne man sagen, dass die Idee einer Währungsunion ein Fehler gewesen sei, schätzte Erke, und betonte dabei, in der Eurozone brauche man eine wirtschaftliche, und nicht nur eine fiskalische Regierung.