
Am Anfang ihrer Amtszeit steht die neue serbische Regierung vor zahlreichen Problemen, wobei die Voraussetzung aller Voraussetzungen die Wiederaufnahme des Dialogs mit Pristina ist. Der Direktor des Zentrums für ethnische Beziehungen, Dusan Janjic, ist der Meinung, dass die Ankündigung des politischen Dialogs die letzte Chance darauf ist, dass Serbien die Interessen der Serben in Kosovo und Metohija schützen vermag. „In den Dialog dürfen wird nicht unvorbereitet einsteigen. Wir müssen auch die Tatsache hinnehmen, dass wir nicht erneuet die Frage der einseitigen Unabhängigkeitserklärung erörtern können, sondern unser Augenmerk auf die Lage der Serben im Kosovo und die Normalisierung der Beziehungen ohne Unabhängigkeitsanerkennung richten müssen, sowie auf größeren Einfluss Serbiens in wirtschaftlichem und politischem Sinne im Kosovo”, so Herr Janjic. Laut ihm ist vorerst der sogenannte technische Dialog zu beenden, der ebenfalls auf höhere politische Ebene zu erhöhen ist, unter Koordinierung und gelegentlicher Teilnahme des Premiers Ivica Dacic.
Im Rahmen des technischen Dialogs sollte zuerst die Art und Weise der Umsetzung des bisher im Dialog zwischen Belgrad und Pristina Vereinbarten besprochen werden. Dann seien auch die Fragen hinsichtlich des Luftverkehrs, beziehungsweise der Flugsicherung und der Nutzung des Flughafens in Pristina zu lösen, sowie hinsichtlich der Verwaltung von elektrischen Netzen, natürlichen Ressourcen, und Post- und Telekommunikationsdienstleistungen in Kosovo und Metohija. Das zentrale Thema sei aber das Eigentum von natürlichen Personen sowie von Unternehmen, so Herr Janjic.
Wenn es sich um politischen Dialog handele, sollte als erstes die Forderung der Europäischen Union geklärt werden, welche Deutschland gestellt habe. Dies ist die Abschaffung der sogenannten parallelen Institutionen im Nordkosovo. Zu politischen Themen zähle auch eine größere Autonomie der serbischen Gemeinde, und wie sie zu verwirklichen wäre. „Die letzte Chance für Serbien ist, die Frage der Rückzahlung der Kosovo-Schulden zu stellen, für welche man jährlich 100 Millionen Dollar ausgibt“, betont Herr Janjic. Seinen Worten zufolge dürften diese Fragen nicht an das Datum für die Aufnahme der EU-Beitrittverhandlungen Serbiens gebunden warden, sondern die serbische Seite sollte darauf bestehen, dass die Beschlüsse aus dem politischen Dialog an den serbischen EU-Beitritt gebunden werden.
Dusan Janjic meint, dass diese Verhandlungen von Präsident Tomislav Nikolic koordiniert sein sollten, der dabei gute Berater an seiner Seite haben sollte, und zwar aus Serbien, nicht aus dem Ausland, wie der Fall mit der alten Regierung gewesen war. „Die Einbeziehung der Europäischen Union in den politischen Dialog wäre von Nutzen, aber sie ist auf niedriger technischer Ebene nicht möglich, vor allem weil die Resolution der UN-Generalversammlung, die von beiden Seiten angenommen wurde, vorsieht, dass der einzige Vermittler der Vertreter der Europäischen Kommission sein dürfte“, sagte für unser Radio Dusan Janjic, Direktor des Zentrums für ethnische Beziehungen.
