Mehr als 300 Tausend Flüchtlinge und Binnenflüchtlinge in Serbien

20. 06 2012. - 18:20 -- MRS
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In Serbien leben etwa 300 Tausend Flüchtlinge und Binnenflüchtlinge, von welchen 3000 immer noch in Kollektivunterkünften leben, und etwa 2000 sind in sogenannten nicht anerkannten Zentren. Serbien ist mit dieser Zahl auf Platz eins in Europa, was Flüchtlinge angeht, und auf Platz 13 in der Welt. Anlässlich des heutigen Tags, des internationalen Tags der Flüchtlinge, appellierte der Kommissar für Flüchtlinge der Regierung Serbiens Vladimir Cucic an alle Länder der Region, zusätzliche Bemühungen anzustellen, damit dieses Problem gelöst wird, weil es ohne das keine Versöhnung auf dem Balkan gibt. Ein Beitrag von Djuro Malobabic.

Das Hohe UN-Kommissariat für Flüchtlinge hat Serbien unter fünf Länder eingeordnet, in denen eine verlängerte Flüchtlingskrise waltet. „Das Ziel des Kommissariats und der Regierung Serbiens ist es, dass in kürzester Zeit alle Kollektivzentren geschlossen werden, und dass man für die Menschen entsprechende Unterkunft sichert“, erklärte Cucic und fügte hinzu, dass man jährlich etwa 10 Kollektivzentren mit ca. 1200 Menschen schließt. Er fügte hinzu, dass es in Serbien 700 Kollektivzentren mit etwa 60 000 Menschen gab, und dass es jetzt noch 38 gibt, einschließlich 13 Kollektivzentren in Kosovo und Metohija. Beim Besuch des Kollektivzentrums in Krnjaca bei Belgrad sagte er, dass die USA und EU den größten Druck gemacht haben, dass die 16780 Flüchtlingsfamilien in Serbien eine dauerhafte Lösung ihres Problems in den kommenden Jahren bekommen. Cucic hob auch hervor, dass täglich die Wohnprobleme von je fünf Flüchtlingsfamilien in Serbien gelöst werden, dass man aber mit diesem Tempo noch 17 Jahre für die Lösung aller Probleme brauchen wird. Er erinnerte an das vernichtete Eigentum in Kosovo und Metohija und daran, dass auch 20 Jahre nach Kriegsbeginn den Flüchtlingen aus Kroatien Wohnungen und Renten hauptsächlich noch nicht zurückerstattet wurden. Er deutete auf Bosnien und Herzegowina hin, wo dieses Problem gut angegangen wird.

Die US-Botschafterin in Serbien, Mary Warlick, hat erklärt, dass dem Zentrum in Krnjaca die USA seit 1997 mehr als 30 Millionen Dollar für die Lösung des Problems der Flüchtlinge gespendet haben. „Wir werden auch weiter mit dem Kommissariat, der UNHCR und der OSZE arbeiten, um eine entsprechende Lösung zu finden“, sagte sie und appellierte an alle Bürger, nachzudenken, was sie für eine bessere Zukunft der Flüchtlinge tun können, deren Situation sie, wie sie sagte, „gerührt“ hat.

Die Koalition der Flüchtlingsverbände hat heute gefordert, dass die zukünftige Regierung Serbiens und das Parlament dieses Problem ernsthafter angehen. „Von der Regierung werden wir verlangen, dass ein Fonds eröffnet wird, welcher helfen wird, dass die Flüchtlinge aus Kollektivzentren integriert werden, und dass man sieht, wie man ihnen helfen kann, ihre Rechte in den Ländern zu realisieren, aus welchen sie geflüchtet sind“, sagte der Präsident der Koalition Miodrag Linta.

Die hälfte der Flüchtlinge sind in der Vojvodina. Der Fonds der Regierung der nordserbischen Provinz hat mitgeteilt, dass man bisher Wohnungen für 800 Flüchtlingsfamilien gesichert hat. Es heißt, dass momentan ein Programm des Aufkaufs von Häusern und der Zuteilung von Baumaterialien in 22 Gemeinden in der Provinz im Gange ist, wie auch ein Programm der Hilfe für Landwirtschaftsgewerkschaften der Rückkehrer in Kroatien.

Serbien hat in den letzten 20 Jahren Unterkunft für 850 000 durch Krieg bedrohte Menschen zur Verfügung gestellt.