
Während der dänischen EU-Ratspräsidentschaft sei Serbien EU-Beitrittskandidat geworden, wobei Kopenhagen auch weiter Serbien auf seinem Weg in die Europäische Union unterstützen werde, sagte für unser Radion die dänische Botschafterin in Belgrad, Mette Nielsen Kewell. Mit ihr sprach unsere Journalistin Sandra Pekic.
Laut Frau Nielsen Kewell gibt es Chancen, dass Serbien bis zum Ende 2012 die Beitrittverhandlungen aufnimmt - unter Bedingung, dass die neue Regierung an der Erfüllung der gestellten Bedingungen arbeitet. Obwohl Brüssel und Belgrad daran Interessen zeigten, scheine es, als ob es noch wenig Zeit gäbe, um die Betrittverhandlungen bis zum Jahresende zu beginnen.
Die Regierung in Kopenhagen blicke auf eine sehr aufregende EU-Ratspräsidentschaft zurück, die sechs Monate gedauert habe. Kopenhagen habe die Ziele seiner Ratspräsidentschaft sehr gut vorbereitet, aber neue Umstände hätten – wie immer – bestimmt, welche Fragen zu Prioritäten geworden seien, so Frau Nielsen Kewell. Sie ist aber der Meinung, dass ihr Land zur Zeit der großen Krise die EU-Familie gut geführt hat. Die letzten sechs Monate seien auch für die Beschäftigten in der dänischen Botschaft in Belgrad interessant gewesen. Die Botschaft habe nicht den Prozess der serbischen EU-Integration viel beeinflussen können, da der Vertrag von Lissabon besage, dass über diese Angelegenheiten die Delegation der Europäischen Kommission in Belgrad entscheide. Sie, als dänische Botschafterin, habe mit dem Chef der EU-Delegation in Serbien, Vincent Degert, gut zusammen gearbeitet, wobei ihr Land auch weiter Serbien im Prozess der EU-Integrationen unterstützen werde.
Ende Juli endet die dänische EU-Ratspräsidentschaft. Seitdem dieses Land 1973 zum Mitglied der damaligen Europäischen Gemeinschaft geworden war, hatte es sogar 7 mal den Vorsitz. Als Hauptherausforderung nannte Kopenhagen gerade die Bekämpfung der Krise in der Eurozone, obwohl Dänemark immer noch seine Währung hat – die dänische Krone. Ferner befasste sich es mit dem neuen EU-Haushalt, der Förderung eines gemeinsamen Markts, der Investierung in die erneuerbaren Energiequellen, sowie mit der Kontrolle der EU-Grenze und der Verbesserung der EU-Migrationspolitik. Die dänische EU-Ratspräsidentschaft hatte folgende Attribute: „verantwortlich“, „dynamisch“, „grün“ und „sicher“. Am 1. Juli wird Zypern die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen.
