Nicht schneller als das Leben

03. 07 2012. - 19:39 -- MRS
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Anlässlich der Reihe von Tragödien, in welchen in nur 72 Stunden 19 Personen auf serbischen Straßen ums Leben gekommen sind, hat das Komitee für Sicherheit im Verkehr den Präsidenten Serbiens Tomislav Nikolic eingeladen, sich an die Nation zu wenden, um zu zeigen, dass Verkehrssicherheit ein wichtiges Thema im Land ist. Der Direktor dieses Komitees, Damir Okanovic, hat für unser Radio erklärt, dass Juli und August seit Jahren Monate sind, in welchen die meisten Menschen auf den Straßen Serbiens sterben, und dass man das für jedes Jahr erwartet, bis der Staat ernste Maßnahmen ergreift. Ein Beitrag von Mirjana Nikolic.

In den letzten fünf Jahren sind auf den serbischen Straßen fast 5000 Menschen ums Leben gekommen, und mehr als 100 000 wurden verletzt. Nur im Letzten Jahr kamen in Verkehrsunfällen 728 Menschen ums Leben, und führende Politiker wollen sich immer noch nicht ernsthaft mit diesem Problem befassen, sagt Okanovic. Deshalb erwarte das Komitee vom Präsidenten Serbiens, ein Beispiel zu geben, welchem dann Minister, Gemeindevorsitzende und Bürger folgen werden.

Okanovic sagte, dass das neue Gesetz über Verkehrssicherheit nicht selbst große Resultate gebracht hat, sondern dass es nur großen Medienrummel bei seiner Annahme gab. „Sobald Mediendruck aufhört, benehmen sich auch die Fahrer wieder lockerer und es geschehen tragische Unfälle, wie diejenigen, die in den letzten Tagen passiert sind. Experten wissen genau ob die Unfälle wegen zu schnellen Fahrens, wegen Alkohol oder schlechten Fahrern geschehen sind, und das kann man vereiteln“, sagte er.

Obwohl man in den letzten zwei Jahren viel darüber gesprochen hat, dass Fahrer, die Verstöße verüben, wieder Tests machen müssten, startete erst vor zwei Monaten das System der Umbildung der Fahrer, die einfach nicht verstehen wollen, wieso Edukation wichtig ist. „Das wesentliche ist nicht, dass sie Menschen mit Strafen verschrecken, sondern mit den Folgen unsicheren Verhaltens. Der Durchschnittsbürger muss die Folgen dessen einsehen, was passiert, wenn man sich nicht anschnallt oder zu schnell fährt, weil unsere Bürger solche Verstöße nicht ernst nehmen“, sagte der Direktor des Komitees für Sicherheit im Verkehr.

Auf die Frage hin, was der Staat tun sollte, bevor die Musikfestivals Exit und Guca anfangen, damit es keine tragischen Folgen wegen Verkehrsunfällen gibt, sagte Okanovic, dass gerade die Organisation dieser beiden Festivals zeigt, dass Serbien effektiv sein kann, was Verkehrssicherheit angeht. „Die Polizei hat erarbeitete Kontrollpläne und Resultat dessen ist, dass es letztes Jahr in Guca keinen einzigen tragischen Unfall gab. Die Schlüsselfrage ist, ob es politischen Willen für die Lösung dieser Probleme gibt, und davon geht alles andere aus“, sagte Okanovic.

Dass nicht alles so schwarz ist, meint der Direktor der Agentur für Verkehrssicherheit Stojadin Jovanovic. Er hob hervor, dass es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres eine bedeutend niedrigere Zahl der Unfälle gab, dass die Zahl der ums Leben gekommenen um 34, und die Zahl der Verletzten um 820 gesenkt wurde. „Im ersten Jahr der Anwendung des neuen Gesetzes über Verkehrssicherheit, 2010, ist die Zahl der ums Leben Gekommenen um 140 runtergegangen, aber im kommenden Jahr war sie wieder etwas größer“, sagte Jovanovic. Er appellierte an alle Fahrer, die Vorschriften zu achten und sich öfter auszuruhen, weil man auch in den kommenden Tagen hohe Temperaturen erwartet.