
Alle Probleme im Nordkosovo müsse man auf friedliche Art und Weise und mithilfe demokratischer Mittel lösen, wobei die Regierung der Republik Serbien und alle anderen Institutionen alles tun müssten, damit die Rechte der Bürger Serbiens in Kosovo und Metohija geschützt würden. Dies teilte der serbische Präsident Tomislav Nikolic beim gestrigen Gespräch mit den Vertretern der vier serbischen Gemeinden im Nordkosovo und mit dem Leiter des Kosovska Mitrovica-Bezirks, Radenko Nedeljkovic, mit. Ein Bericht von Ivana Subasic.
„Im Hinblick auf die Kosovo-Probleme ist es notwendig, dass alle relevanten politischen Akteure in Serbien einen Konsens finden“, so Nikolic. Sein Kabinett ließ mitteilen, Nikolic habe sich verpflichtet, in Kürze die Gespräche diesbezüglich aufzunehmen. Das serbische Staatsoberhaupt habe auch hervorgehoben, dass die Regierung der Republik Serbien und alle Institutionen alles tun müssten, damit die Rechte und die Sicherheit der Bürger Serbiens geschützt würden, die in Kosovo und Metohija leben. Er habe auch die Kosovo-Serben aufgerufen, auf Provokationen nicht zu reagieren, und auf Gewalt gegenüber der internationalen Friedens- und militärischen Missionen zu verzichten.
Vor dem gestrigen Gespräch sagte Nikolic der Nachrichten Agentur Tanjug, er werde den Vertretern der Kosovo-Serben ein Teil der Dokumentation zu den Verhandlungen zwischen Belgrad und Pristina übergeben, die er mit dem Präsidentenamtsantritt erhalten habe. „Die Kosovo-Serben müssen über alle Vereinbarungen und Entscheidungen verständigt werden, die der Staat Serbien getroffen hat, und von denen das Leben dieser Menschen direkt abhängt“, erklärte Nikolic, und betonte dabei, er werde sich in Zukunft dafür einsetzen, dass auch die Kosovo-Serben an Verhandlungen teilnähmen. Sie wüssten am besten, wie sie lebten, und niemand aus Belgrad kenne ihre Probleme so gut, wie sie selbst. Diese Menschen müssten auch wissen, „was ihnen Serbien ermöglicht hat, und was es von Befugnissen dem überlassen hat, der Kosovo und Metohija verwaltet“.
Der Präsident des Gemeindeparlaments Zvecan, Dragisa Milovic, sagte, die Vertreter der Kosovo-Serben hätten gestern nur die Einsicht in diese Dokumentation gehabt. Sie werde aber ihnen übergeben werden, nachdem das Kabinett des Präsidenten Serbiens sie durchstudiert habe. Diese Dokumente beinhalten auch Informationen, die der serbischen Öffentlichkeit bisher nicht bekannt seien. Laut Milovic eskaliere nun die Situation in Kosovo und Metohija, wobei Pristina das institutionelle Vakuum in Serbien nach den Wahlen benütze, um durch Gewalt das Nordkosovo ins kosovarische System zu integrieren. Daher erwarten die Kosovo-Serben einen Konsens aller relevanten politischen Akteure in Serbien, damit sie wüssten, wie sie sich verhalten sollten“, erläuterte Milovic.
Nach Auseinandersetzungen zwischen lokalen Serben und KFOR-Mitgliedern während der Barrikadenräumung seitens der KFOR letzte Woche im Dorf Rudare im Nordkosovo, und nach dem Beschluss Pristinas, ab dem 1. Juni die von Belgrad ausgestellten Kfz-Kennzeichen und Führerscheine zu entziehen, forderten die Kosovo-Serben den serbischen Präsidenten auf, ihnen genau zu sagen, war in Brüssel vereinbart worden war. Das Kabinett Nikolics kündigte auch baldige Gespräche des serbischen Staatsoberhaupts mit den Serben an, die südlich vom Fluss Ibar leben.
