Problem der Kfz-Kennzeichen für Serben aus der Kosovo-Moravaregion

20. 06 2012. - 18:21 -- MRS
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Serben aus der Kosovo-Moravaregion sind praktisch blockiert, wegen der strengen Anwendung des Dekrets der Kosovo-Regierung über Kfz-Kennzeichen. Sie können ihre Fahrzeuge nicht fahren, sodass ihnen ein voller Kollaps droht, weil viele von ihnen wegen Arbeit und anderer Pflichten mehrmals am Tag die Administrativgrenze überqueren müssen. Ein Beitrag von Snezana Milosevic.

Die Kosovo-Regierung führt ihre Entscheidung über das Verbot serbischer Kfz-Kennzeichen für Kosovo-Städte streng durch, was den Serben der Kosovo-Moravaregion das ohnehin schon schwere Leben zusätzlich erschwert. Serbische Kfz-Kennzeichen darf man nicht mal im Auto haben, sodass alle, welche die Administrativgrenze überqueren, misshandelt werden. Goran Milosevic aus Partes hatte keine serbischen Kfz-Kennzeichen bei sich, aber die Polizisten trieben ihn dazu, sie „aus dem Nichts zu schaffen“. „Ich wurde mehr als eine Stunde am Übergang Bela Zemlja misshandelt. Sie wollten meine serbischen Kfz-Kennzeichen haben, und es nützte nichts, dass ich ihnen sagte, dass ich nur die Kosovo-Kennzeichen habe“, sagte er.

Pristina und die EULEX geben keine Antwort darüber, wieso Serben, die serbische Kfz-Kennzeichen bei sich haben, sie aber nicht benutzten, misshandelt werden.

Die Gemeinde Ranilug ist in der Nähe der Administrativgrenze mit Serbien, und die meisten Einwohner müssen sie täglich überqueren. Ein guter Teil der Schüler reiste organisiert, Lehrer parkten an der Grenze und gingen zur Arbeit wie sie sich zurechtfanden – manche zu Fuß, manche mit dem Fahrrad oder Motorrad, sodass die Situation in den Schulen an der Grenze des Normalen ist. Branislav Zdravkovic, Leiter des Bildungssekretariats in Ranilug hat erklärt, dass das Schuljahr dennoch erfolgreich beendet wird, er befürchte aber, wie sich die Dinge weiter entwickeln werden. Der Vorsitzende der Gemeinde Ranilug Gradimir Mikic hat erklärt, dass man Hilfe von der internationalen Gemeinschaft verlangt. „Wir haben mit der Kosovo-Regierung und Peter Feith gesprochen, und er hat uns versprochen, dass er sich mit dem Problem befassen wird. Und bis dahin sind wir in einem richtigen Ghetto, von allen verlassen. Die Bürger sind erbittert und ich befürchte, dass es zu großen Unruhen kommen kann“, sagte Mikic.

In diesem Teil der Provinz haben die meisten Serben ihre Fahrzeuge nicht umregistriert. Es handelt sich dabei nicht nur um Prinzipien, sondern auch um die materielle Lage. Um Kosovo-Kennzeichen zu bekommen müssen die Bürger alle Kosovo-Dokumente haben, was sie nicht nur irritiert, sondern auch viel kostet. Und an den Administrativgrenzen warten dann große Gebühren, die in Brüssel vereinbart wurden, und die viele nicht zahlen können.