P.Simic: Ban Ki-Moons Besuch in Belgrad beweist die Wichtigkeit des Balkans für die UNO

19. 07 2012. - 18:38 -- MRS
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Der Besuch des UNO-Generalsekretärs in Belgrad bringt die Botschaft, dass der Westbalkan, wo sich die Interessen der Großmächte kreuzen, auch weiter von Bedeutung ist. Gleichzeitig ist dieser Besuch eine Art „Barometer“ des Mächtegleichgewichts im Sicherheitsrat, beziehungsweise ein Test, ob der September im Hinblick auf Kosovo und Metohija Serbien neue „Stresssituationen“ bringen wird. Über diesen Besuch sprach unsere Journalistin Ivana Subasic mit Predrag Simic, ehemaligem Diplomaten und Professor an der Fakultät für Politikwissenschaften.

Laut Professor Simic stellt Ban Ki-Moons Besuch in Belgrad vor allem eine Botschaft dar, dass diese Region wegen unerledigten Arbeiten in Kosovo und Metohija und wegen ihrer Nähe zu neuen Krisengebieten wie Syrien und dem Nahen Osten immer noch die Aufmerksamkeit der Vereinten Nationen erregt, trotz der Tatsache, dass sich die Situation in diesem Gebiet in den vergangenen Jahren normalisiert habe. Für den UNO-Generalsekretär bleibe der Westbalkan ein Ort, wo sich die Interessen der Großmächte kreuzen, und wo es wichtig sei, die Stabilität zu gewährleisten, denn sie beeinflusse die Situation nicht nur in der Region, sondern in der ganzen Umgebung, so Professor Simic.
Ban Ki-Moons Besuch dem Westbalkan wurde in Belgrad als ein Ereignis von hoher politischer Bedeutung bewertet. Allerdings wurde in der serbischen Öffentlichkeit die Debatte über seinen Besuch auch in Kosovo und Metohija eröffnet, obwohl er präzisierte, dass sein Besuch im Einklang mit der UN-Resolution 1244 stehen werde. „Belgrad ist sehr empfindlich gegen all das, was sich auf Kosovo und Metohija bezieht, vor allem wenn es sich um dessen Anerkennung handelt“, so Simic. In diesem Zusammenhang, erklärt der Professor weiter, stelle dieser Besuch eine Art „Barometer“ des Mächtegleichgewichts im Sicherheitsrat dar, wo die Initiative zur Anerkennung des Kosovo entstehen könnte, sowie einen Test, ob es möglich sei, dass sich diese Frage auf der Tagesordnung der UNO-Generalversammlung im September befinden könnte, wenn die 62. regelmäßige Jahrestagung eröffnet werden sollte. Professor Simic erinnerte daran, dass bisher fast die Hälfte der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen das Kosovo anerkannt hatten, sodass früher oder später die Frage der Aufnahme der Kosovo in die Vereinten Nationen zu erwarte sei. „Russland und China sind ein schweres Hindernis für alle, die im Sicherheitsrat auf der Anerkennung des Kosovo bestehen. Sollte die Zahl der Länder steigen, die Pristina unterstützen, ist zu erwarten, dass diesbezüglich auch Moskau und Peking zurücktreten. Daher ist der für Belgrad das Protokoll des Ban Ki-Moons Besuchs so wichtig. Das heißt, wird er das Kosovo als unabhängigen Staat besuchen, oder als Staat nach der Resolution 1244”, erklärte Professor Simic.

Die Vereinten Nationen hatten eine mehr oder weniger wichtige Rolle während und nach dem Zerfall des ehemaligen Jugoslawien. „Leider sind einige der Gründer der Vereinten Nationen heute gerade unter denen, die sich für die Verringerung der Rolle dieser Weltorganisation einsetzen”, so Professor Simic. Laut ihm wurde die Rolle der Vereinten Nationen bei der Bewahrung des Friedens und der Sicherheit zum ersten Mal gerade in Kosovo und Metohija getestet. Auf ähnliche Weise wird sie heute in Syrien getestet. „In den letzten 20 Jahren wurde der Druck ausgeübt, dass man die Rolle der Weltorganisation marginalisieren sollte. Gerade in Kosovo und Metohija kam das am meisten zum Vorschein“, hob Professor Simic hervor. Die Rolle der UNMIK-Mission in Kosovo und Metohija ist laut ihm nur symbolisch. Der UNO-Generalsekretär sei sich des Drucks auf die UNO völlig bewusst, wobei sich die Vereinten Nationen bemühen, nicht an den Rand der Entscheidungen gedrängt zu werden. Sie wollte ihre Autorität bewahren, und eine Organisation bleiben, die bei der Bewahrung des Friedens und der Sicherheit in der Welt eine zentrale Rolle habe. So sei es im September 1945 in San Francisco gemeint gewesen. „In diesem Zusammenhang könnten wir Ban Ki-Moons Besuch auf dem Westbalkan und in Serbien im Kontext der Bemühungen um die Bewahrung der Präsenz und Autorität der Vereinten Nationen bei internationalen Angelegenheiten betrachten”, sagte am Ende Professor Predrag Simic.