
Die Verhandlungen über die Bildung der neuen Regierung haben die einheimische politische aber auch die wirtschaftliche Szene in Aufruhr versetzt. Die Wirtschaft ist „überhitzt“ wegen des Preisanstiegs und des erschütterten Dinarkurses und die wirtschaftlichen Analytiker warnen immer häufiger und lauter davor, dass der größere Verbrauch in Bezug zur Produktion zum „Systemzerfall“ führt. Ein Beitrag von Ranka Pavlovic.
Man kann nicht nur durch Sparen aus der Krise und Schulden kommen, die Produktion muss verstärkt werden, die dann neue Arbeitsplätze schaffen wird, teilten die Wirtschaftsexperten beim Forum mit, das letztes Wochenende auf Mokra Gora stattfand. Jede neue Verschuldung oder Einkommen von Privatisierungen müssen in die Stärkung wirtschaftlicher Kapazitäten investiert werden, in den Investitionsverbrauch. Verständnis und Absprache auf allen Ebenen sind notwendig, sowie die Bereitschaft der neuen Regierung, eine Politik zu gestalten, welche Fleiß und Einsparungen verlangen wird.
Zu große Einsparungen sind im Wesentlichen nicht gut für die Wirtschaft und haben auf das Wachstum keinen guten Einfluss, so dass der Staat eine kurzfristige finanzielle Konsolidierung machen muss, durch ernsthafte Berichtigung der Steuerpolitik. Dadurch würden die Budgeteinkommen um 50 Milliarden steigen und der Aufwand würde um 90 Milliarden Dinar verringert werden. Die neue Regierung soll dringend Maßnahmen treffen, um den Fall des Wirtschaftswachstums und Exports zu stoppen, hinsichtlich der Tatsache, dass die Außenschulden ein einschränkender Faktor werden. Ende 2011 übertrafen sie 24 Milliarden Euro und für deren Begleichung wurde im vierten Quartal letzten Jahres über 13% des BNE oder fast 40% des Exports von Waren und Dienstleistungen abgezweigt. Dieses Jahr müssen 3,8 Milliarden Euro abbezahlt werden. Die Gefahr besteht, dass die öffentlichen Schulden bis Jahresende sogar 60% der BNE erreichen, warnen Analytiker. Neben dem wachsenden Defizit des Budgets besteht eine reale Gefahr davor, dass der Staat in die Krise der öffentlichen Schulden gerät.
Der instabile Dinarkurs regt das Wachstum der inflatorischen Erwartungen an und seit Jahresbeginn haben sich die Devisenreserven um über 1,7 Milliarden Euro verringert. Wirtschaftliche Analytiker suggerieren der neuen Regierung, dass sie einen breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens zur Frage der Zusammenarbeit mit dem IWF und der darauf folgenden Budgetausgleichung sichern soll. Die Verdoppelung des Agrarbudgets von den jetzigen 300 Millionen Euro wäre ein guter Schritt, weil dieser Wirtschaftszweig eine gute Perspektive hat. Der Dinar wird auch in den kommenden 20 Jahren bestehen, so dass man durch Maßnahmen der monetären Politik einheimisches Sparen anregen soll. Die Experten machten auf die Entscheidung der amerikanischen Ratingssagentur Moody´s, das Rating von 15 großen Weltbanken sowie von 28 spanischen Banken herabzustufen, aufmerksam. Im Moment wird das keinen Einfluss auf den serbischen Markt haben, aber langfristig kann man negative Effekte erwarten.
Den Einschätzungen der Experten der Weltbank zufolge drohen die hohen Außenschulden Serbiens um weitere 10% zu steigen, was zusätzliche 3,2 Milliarden Euro Schulden bedeuten würde. Sie sind der Meinung, dass die neue Regierung in der Durchführung der Pläne streng sein muss, weil es sich um eine schwierige Aufgabe handelt, und erst die nächste wird sich den Investitionen und dem Wirtschaftswachstum widmen können. Ermutigend ist die Bereitschaft der Weltbank, Serbien mit Krediten in Höhe von 540 Millionen Euro in den kommenden zwei bis drei Jahren zu unterstützen.
