
Serbien gehöre zur europäischen Familie, und deswegen werde Brüssel Serbien bei der Durchsetzung notwendiger Reformen auf dem Weg in die Europäische Union unterstützen, teilten der serbische Präsident Tomislav Nikolic und EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle nach dem Gespräch in Belgrad, und vor der Amtseinweihung Nikolics mit. Ein Bericht von Sandra Pekic.
Tomislav Nikolic begrüßte herzlich Stefan Füle, der als erster hoher EU-Beamte Belgrad besuchte, seitdem Nikolic zum Präsidenten der Republik Serbien gewählt worden ist. Laut serbischem Staatsoberhaupt ist Herr Füle ein Mann, der nie nur eine Seite unterstützt habe, und der sich in die Bildung der serbischen Regierung nicht einmische. Mit Füle habe er über den serbischen Weg in die EU gesprochen, sowie über die Verhandlungen zwischen Belgrad und Pristina und über seinen bevorstehenden Besuch in Brüssel. Sie hätten auch die Sicherheits- und Wirtschaftsprobleme in Kosovo und Metohija erörtert, und zwar auf so eine Art und Weise, die den dortigen Bürgern ein besseres Leben ermöglichen werde, wobei solche Lösungen für die beiden Seiten akzeptabel erscheinen würden.
EU-Erweiterungskommissar sagte, für den Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen gebe es klare Kriterien. Dies seien die weitere Umsetzung der Reformen und ein sichtbarer und nachhaltiger Fortschritt im Dialog zwischen Belgrad und Pristina. Brüssel erwarte, dass Serbien eine wichtige Rolle bei der Stärkung der regionalen Zusammenarbeit habe, und den Aussöhnungsprozess in der Region fördere. Auf die Frage, wie er die neulichen Aussagen des neuen serbischen Präsidenten über Srebrenica kommentiere, sagte Füle, er sei in Belgrad nicht angekommen, um die Worte des Präsidenten zu analysieren, sondern ihn und die künftige Regierung bei der Durchsetzung der umfassenden Reformen im Staat und in der Gesellschaft zu ermutigen, sowie hinsichtlich des Fortschrittes im Dialog mit Pristina, und der Bekämpfung der Korruption. „Falls Serbien bis zum Jahresende die EU-Beitrittverhandlungen aufnehmen wollte, sollte es die Regierung möglichstschnell bilden und die Reformen fortsetzen“ , so Füle. Auf die Frage der Journalisten, ob es noch irgendwelche besonderen Bedingungen für Serbien gebe, um in die Beitrittverhandlungen einzusteigen, wie zum Beispiel die Abschaffung der parallelen serbischen Institutionen im Nordkosovo, antwortete Füle, alle Bedingungen stünden in fünf Punkten, die der Europarat zusammengefasst habe, wobei sich einige dieser fünf Punkte gerade auf die serbischen Institutionen bezögen.
