Trockenzeit ist auch für den Strommangel schuld

21. 08 2012. - 17:44 -- MRS
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Die Trockenzeit hat Serbien in großen Problemen für die kommende Zeit gelassen. Seit Anfang des Jahres ist die Stromproduktion in den Wasserkraftwerken um 10 % gefallen, und das Wasserniveau in Akkumulationen ist unter dem erwarteten. Den Prognosen der Experten zufolge erwartet uns eine Energiekrise, weswegen Stromimport nötig sein wird. Ein Bericht von Tamara Prodanovic.

Serbien erwartet eine Energiekrise, sodass man schon dieses Jahr Strom importieren muss, und die Regierung Serbiens führt momentan eine Revision der Importprognosen durch, welche die Elektrizitätswirtschaft Serbiens gemacht hat. Experten meinen, dass Serbien schon ab September Strom zu höheren Preisen importieren muss. Damit es nicht zu Preiserhöhungen für Haushalte kommt, wird die Regierung den Preis noch mehr subventionieren müssen. Die Frage, wie man die Differenz im Preis überwinden wird, ist jetzt offen. Experten meinen, dass es gut ist, dass Serbien in Zukunft, wie angekündigt, den Strom ohne Vermittler kaufen wird, weil so die Vermittlungsgebühren eliminiert werden. Eine Rolle in diesem Problem spielt neben der Trockenzeit auch schlechte Planung, weil es keine Änderungen der elektroenergetischen Bilanz gegeben hat, und die akkumulierten Stromreserven wurden schon im Februar und März verbraucht. Bald sollten die Sozialkarten erarbeitet werden, mit welchen sozial gefährdete Bürger identifiziert werden sollten, die dann günstigere Zahlungsbedingungen für Strom haben werden. Die Elektrizitätswirtschaft Serbiens wird sich auch ernsthaft mit den Schuldungeintreibungen befassen müssen, und das Ministerium für Energiewirtschaft wird eine Arbeitsgruppe bilden, um das Problem der Schulden der öffentlichen Unternehmen zu lösen.

Für die Lösung des Problems braucht man jetzt starken Regen, aber auch in dem Fall wird die Elektrizitätswirtschaft Serbiens bis Ende 2012 nicht genug Strom für den einheimischen Markt herstellen können. Die Wasserkraftwerke stellen 22,7 Millionen Kilowattstunden her, und den Mangel überwindet man mit Energie aus Wärmekraftwerken, wo im Durchschnitt täglich 60 Millionen Kilowattstunden hergestellt werden.

Dieses Problem hat ganz Südosteuropa. Den Anstieg des Stromverbrauchs deckt man mit Import aus Slowenien, Ungarn und teilweise aus Bulgarien. Wenn die Trockenzeit aber fortdauert, könnte die ganze Region im Herbst und im Winter Probleme mit Stromzustellung haben, und das würde zur Preiserhöhung auf dem Markt in der Region und Europa führen. Wie ernst die Situation ist, zeigt auch die Tatsache, dass einer der größten Exporteure von Strom in der Region, die rumänische „Hydroelektrik“, alle Exportverträge wegen niedrigen Wasserpegels abgesagt hat. Experten sind sich einig, dass der Balkan Probleme im Herbst und Winter haben könnte, und dass dann alles von der Zuverlässigkeit der Arbeit großer Wärmekraftwerke abhängen wird.