
Nicht einmal der diesjährige Vidovdan (zu dt. Sankt-Veits-Tag) ist in Kosovo und Metohija ohne Zwischenfälle vergangen. Der schwerwiegendste hat sich beim Administrativpunkt Merdare ereignet, wo die kosovarische Polizei, im Versuch, den Durchgang einer Gruppe von Serben in Richtung des Provinzinneren zu verhindern, Schusswaffen angewandt und auf unbewaffnete Menschen geschossen hat. Dabei wurden ungefähr zwanzig Serben verletzt - 13 von ihnen schwerwiegend. Sie alle wurden im Gesundheitszentrum in Kuršumlija behandelt. Acht von ihnen haben penetrierende Verletzungen von scharfer Munition zugeführt bekommen, zwei wurden in Kuršumlija behalten, sechs befinden sind in einer Klinik in Prokuplje, während ein Schwerverletzter in die Klinik von Niš gebracht werden musste. Die übrigen wurden nach medizinischer Hilfe entlassen. Die Kosovo-Polizei hat nach diesem Zwischenfall den Administrativpunkt Merdare geschlossen, wobei der Verkehr mehrere Stunden lang unterbrochen war. Zwischenfälle gab es außerdem auch auf der Gedenkstätte Gazimestan, als es die kosovarische Polizei versucht hat, einer Gruppe von jungen Männern serbische Kennzeichen zu entnehmen. Dabei kam auch Tränengas zum Einsatz und ein junger Mann wurde zusammengeschlagen.
Auf Gazimestan wurde ein Trauergesang für die verstorbenen serbischen Kämpfer in der Schlacht auf dem Amselfeld im Jahr 1389 vorgeführt, der vom serbischen Patriarchen Irinej gehalten wurde. Er hat in seiner Predigt alle dazu aufgerufen, „sich an diesem heiligen Feiertag ehrwürdig zu verhalten“. Er sagte, das serbische Volk sei nach Gazimestan gekommen, um seine Kultur, Religion, Heiligkeit und Familien zu beschützen.
„Wir werden alles erdulden. Sie haben unsere Väter und Großväter geschlagen. Seien wir ehrwürdig, da wir ein ehrwürdiges Volk sind“, fügte der Patriarch hinzu. Er rief zur Einheitlichkeit in der Ehrlichkeit und Vaterlandsliebe auf, und betonte, dass wir Kosovo niemals vergessen dürfen. „Wenn wir Kosovo vergessen, werden wir uns selbst aus den Augen verlieren. So lange Kosovo in unserem Gewissen ist, in unserem Herzen und unserer Liebe, und so lange die Guslen über Kosovo singen, wird es auch immer ein Teil von uns bleiben. Das ist, was wir aus der Geschichte lernen“, sagte der serbische Patriarch Irinej.
In serbischen Umgebungen in der Provinz hat die Feier des Vidovdan bereits vor etwa fünfzehn Tagen durch diverse Kultur-, Unterhaltungs- und Sportveranstaltungen begonnen. Der diesjährige Preisträger der Literaturauszeichnung „Goldenes Kreuz des Fürsten Lazar“, welche jedes Jahr traditionell an Dichter verliehen wird, wurde Ratko Popović eingereicht, einem Dichter aus Gračanica.
